Es gehört zu den merkwürdigsten Paradoxien der gegenwärtigen Republik, dass jene politische Linke, die sich selbst als moralische Avantgarde und letzte Bastion gegen den angeblich wiederkehrenden Faschismus inszeniert, heute existenziell auf eben jenes Feindbild angewiesen ist, das sie rhetorisch bekämpft. Der Faschismus, den sie beschwört, ist kein historisches Echo, sondern eine politische Konstruktion. Er wird nicht gesichtet, sondern herbeigesehnt, er existiert nicht in der Realität, sondern nur in der diskursiven Architektur jener Kräfte, die ihr politisches Überleben an das Fortbestehen dieses Phantoms gebunden haben.
Denn in Wahrheit ist die Linke ideologisch ausgezehrt. Ihre großen Erzählungen – soziale Gerechtigkeit, Fortschritt, Aufbruch, Frieden – sind ausgelaugt, verloren, durch die eigene Politik entwertet oder durch die Realität widerlegt. Sie hat kein Zukunftsprojekt mehr, kein politisches Zentrum, keinen positiven Entwurf. Was ihr bleibt, ist das moralische Überlegenheitsgefühl, das aus der Beschwörung des Faschismus erwächst. Der Faschismus existiert deshalb nicht trotz der Linken, sondern wegen der Linken. Er ist der Schatten, den sie braucht, um sich selbst als Licht darstellen zu können.
Doch ein abstraktes Feindbild allein genügt nicht. Die politische Dramaturgie verlangt einen konkreten Gegner, und dieser Gegner ist – ungewollt – die AfD. So wird aus einer bürgerlichen Protestpartei, aus einem realpolitischen Korrektiv, aus einer Stimme der gesellschaftlichen Normalität ein „rechtsextremes“ Schreckbild konstruiert, das die Linke mit quasi-religiösem Eifer verteufelt. Die AfD ist dabei nicht extrem – die Extremität entsteht erst durch den Diskurs, der sie rahmt. Das Etikett ersetzt die Argumentation. Das Stigma ersetzt die Analyse. Die Dämonisierung ersetzt die politische Auseinandersetzung. …:
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