Die Fachsprecherin für Tierschutz der AfD-Hauptstadtfraktion, Anneliese Dummer, kommentiert die Empfehlungen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zum Umgang mit Waschbären in Berlin:
„Der Senat hat nach eigener Aussage keine belastbaren Zahlen zum Waschbärenbestand, ein Jagdkonzept zum Schutz von Amphibien plant er nicht, und 2024 lehnte die Berliner Jagdbehörde Anträge für ein Kastrationsprojekt ab, weil keine anerkannte Forschungseinrichtung eingebunden war. Jetzt hat ein Leibniz-Institut die bislang fehlenden Empfehlungen vorgelegt. Damit ist die bequeme Ausrede des Senats vom Tisch.
Tierschutz heißt hier konkret, dafür zu sorgen, dass weniger Jungtiere geboren werden, statt das Leid zu verwalten. Der Senat muss jetzt mit dem IZW ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt zur Unfruchtbarmachung auflegen, ein Bestandsmonitoring einführen und an empfindlichen Kleingewässern gezielt Tiere entnehmen. Zudem muss das Fallenfangverbot im Landesjagdgesetz abgeschafft werden; wer unfruchtbar machen will, muss fangen dürfen.
Die bisherige Untätigkeit des Senats müssen auch die Tiere bezahlen: Fast jeder sechste untersuchte Berliner Waschbär war mit Staupe infiziert; Frösche und Kröten werden von der immer zahlreicheren Waschbärenpopulation dezimiert. Und Hauseigentümer, denen die Tiere Dächer und Dämmung zerstören, bleiben auf den teilweise erheblichen Schäden sitzen. Bleibt der Senat weiterhin untätig, wird aus dem Waschbärproblem ein Senatsproblem.“
Anneliese Dummer
Fachpolitische Sprecherin für Tierschutz