Seit September 2024 hat die Expertenkommission zum Hertha-Stadion nicht mehr getagt. Senatorin Spranger selbst leitet die Kommission, hat die Terminhoheit und entscheidet über die Einberufung. Jetzt plötzlich ist ein weiteres Zusammentreten kurz vor der Abgeordnetenhauswahl geplant.
Über die Inhalte des Prüfverfahrens gibt der Senat keine Auskunft; ein Antrag auf Akteneinsicht, gestellt am 19. Dezember 2024, ist bis heute nicht beschieden worden. Auf Nachfrage der AfD-Fraktion stellte der Senat kürzlich klar, dass das Hertha-Stadion nicht Bestandteil des Berliner Olympiakonzepts ist. Die Stadionfrage hängt damit nicht an der Olympiabewerbung; dieser Grund, die Entscheidung weiter hinauszuzögern, entfällt.
Der sportpolitische Sprecher der AfD-Hauptstadtfraktion, Frank Scheermesser, sagt dazu:
„Zwei Jahre lang hat Spranger ihre Kommission nicht einberufen, aber kurz vor der Wahl soll sie plötzlich wieder tagen. Offensichtlich will die Senatorin mit dem Stadion Wahlkampf machen und lässt Hertha deshalb weiter hängen. Der Zweitligist wartet seit Jahren auf eine Antwort des Landes, seit eineinhalb Jahren wartet ein MdA-Kollege auf Akteneinsicht, und das Parlament bleibt bei den Planungen vollständig außen vor. Offensichtlich betrachtet Spranger das Thema als ihre private Verfügungsmasse.
Diese ewige Hängepartie ist nicht mehr akzeptabel und hat, da das Stadion nicht zum Olympiakonzept gehört, keinerlei Berechtigung. Der Senat muss endlich entscheiden, und zwar transparent: Darf Hertha auf dem Olympiagelände bauen – ja oder nein? Spranger muss sich jetzt erklären, nicht erst kurz vor der Wahl.“
Frank Scheermesser
Fachpolitischer Sprecher für Sport